Wie ich einer Karte entnehmen konnte, ist in der Gießener Weststadt („Im Katzenfeld„) der Bau eines Rechenzentrums geplant. Beschlossen wurde das Ganze Ende August von der Stadtverordnetenversammlung. Der Standort ist in der direkten Nähe des Umspannwerks. Das Rechenzentrum soll mit maximal 65 MW Anschlussleistung etwa so viel verbrauchen wie die gesamte Stadt Gießen. Die Abwärme soll in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Um das Rechenzentrum hochwassersicher zu machen, wird das Gelände um 30m aufgeschüttet, wie man so liest.
Gegen den Bau des Rechenzentrums gibt es auch Proteste. Neben den allgemeinen Gegenargumenten (hoher Strom- und Wasserverbrauch) wird genannt, dass das Gelände eine Frischluftschneise sei. Außerdem sei die Lärm- und Sichtbelästigung, insbesondere mit Kita und Grundschule in rund 400m Entfernung, nicht hinnehmbar. Das mit der Frischluftschneise kann ich nicht überprüfen. Und dass ein Gewerbegebiet in der Nähe von Schule und Kita doof ist, kann man auch verstehen, insbesondere wenn es 30m erhöht auf die Weststadt herabblickt. Entscheidend finde ich aber die grundlegenden Argumente, dass ein Rechenzentrum einen enorm hohen Energiebedarf sowie einen hohen Wasserverbrauch hat. Dem kann man zwar entgegnen, dass es dann eben nur woanders gebaut wird. Auch wenn ich diese Art Gegenargument immer lahm finde, stimmt es vermutlich. Ebenso stelle ich mir die Frage, was passiert, wenn die KI-Blase platzen sollte. Dann haste da so nen hässlichen 30m Hüppel für viel Geld rumstehen und keine Einnahmen. Aber Hauptsache vorne mit dabei und nicht so viel meckern. Zudem ist wohl noch gar nicht klar, wer der Betreiber des Rechenzentrums werden wird. Soweit ich es verstanden habe, nutzen in Gießen zu wenige Haushalte Fernwärme, als dass das sinnvoll nutzbar wäre. Aber klar, das wäre in den ganzen Mietwohnungen in 10-20 Jahren vermutlich besser, als noch mit Gas zu heizen.
Aber klar, gut, mit AIs könnte man jetzt meine wirren Gedanken, spontan heruntergeschrieben, zu einer schönen, sauberen Erörterung im Ping-Pong-Prinzip aufbauen lassen.
Übrigens, was die Freiluftschneise angeht, sehe ich dieses geplante Bauprojekt als viel kritischer an: Stadtfraktionen über Altenfeldsweg uneins: Sieben Häuser in Kaltluftschneise geplant. Aber da zieht wohl das Gegenargument: Ihr wollt doch günstig wohnen, also brauchen wir mehr Wohnraum. Entstehen soll dort aber kein günstiger Wohnraum. (Siehe auch: Wohnungsnot in Deutschland)