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„Zwischen euch und mir gibt es eine Diskrepanz“

Konservativ, rassistisch, extrem – Was ist rechts? (SWR: Das Wissen, Februar 2026)

Demnach sei der grundlegende Unterschied zwischen links und rechts, dass die Linken glauben, der Mensch sei von Natur aus gut, er verkomme erst durch äußere Einflüsse. Also gelte es, die Verhältnisse so zu ändern, dass der Naturzustand wiederhergestellt werden könne. Der Rechte hingegen denke, dass der Mensch fehlbar sei und also auch schlechte Eigenschaften in sich trage. Diese intrinsische Fehlbarkeit führe in logischer Konsequenz immer auch zu Ungleichheit, die also Abbild des Naturzustandes sei und daher nicht durch staatliche Eingriffe verändert werden müsse. Die Freiheit des Individuums schätze er daher höher ein als die Gleichheit in der Gesellschaft.

Das leuchtet mir als Erklärung insofern ein, als dass beiden Sichtweisen eine gewisse Naivität zu Grunde liegt. Die Linke könnte man fragen: Ist die Fehlbarkeit des Menschen wirklich nur das Ergebnis äußerer Einflüsse? Und die Rechte könnte man fragen: Der gesellschaftliche Zustand ist Ergebnis des Naturzustands – ist das nicht nur eine bequeme Ausrede?

Es kam im Beitrag auch das Ergebnis einer Umfrage vor, wonach 20% teilweise oder ganz dieser Aussage zustimmen würden: „Ohne die Judenvernichtung würde man Hitler heute als großen Staatsmann ansehen“ (siehe: Statista). Der Radiobeitrag zieht da den Schluss, dass damit eine eindeutig rechtsextreme Einstellung verbunden sei. Das mag so sein, ist sprachlich aber alles andere als eindeutig. Das Schwierige an der Aussage finde ich, dass man dem Satz zustimmen kann, ohne rechts zu sein. Es reicht, wenn man annimmt, dass es genug Leute gäbe, die Hitler dann als großen Staatsmann sähen.

Siehe auch:
Lichtung
Links Rechts