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Meme presidency

Das Weiße Haus hat mehrere Propagandavideos begleitend zum Irankrieg veröffentlicht, mit Bezügen zur Popkultur, z.B. Video 1 (Call of Duty), Video 2 (Hollywood) und Video 3 (GTA). Währenddessen versucht das Kanzleramt den Stil zu kopieren: Video 4. In der Manier eines Biedermanns übernimmt man hier die Propagandamittel von Brandstiftern. Das kann ja nicht gut ausgehen.

Vor rund 17 Jahren (ulay) schrieb ich (mit Rechtschreibfehlern, ulay) in Wenn die Pflicht ruft zur realistischen Darstellung von Krieg in Videospielen:

Das problematische sehe ich hier in der Virtualisierung der Realität, nicht umgekehrt.

Und Gottlieb Biedermann wendet sich übrigens in Szene 5, in der er bei der Vorbereitung auf das Abendessen mit den Brandstiftern seinem Dienstmädchen Anna befiehlt, alles Schicke und Prunkvolle vom gedeckten Tisch zu nehmen, um die Klassenunterschiede zwischen ihm und den Brandstifern zu verschleiern und sich so anzubiedern, direkt ans Theaterpublikum:

Sie können über mich denken, meine Herren, wie Sie wollen. Aber antworten Sie mir auf eine Frage: –
Man hört Grölen und Lachen.
Ich sag mir: Solange sie grölen und saufen, tun sie nichts anderes … Die besten Flaschen aus meinem Keller, hätte es mir einer vor einer Woche gesagt – Hand aufs Herz: Seit wann (genau) wissen Sie, meine Herren, daß es Brandstifter sind? Es kommt eben nicht so, meine Herren, wie Sie meinen – sondern langsam und plötzlich … Verdacht! Das hatte ich sofort, meine Herren, Verdacht hat man immer – aber Hand aufs Herz, meine Herren: Was hätten Sie denn getan, Herrgottnochmal, an meiner Stelle? Und wann?

Damit wäre alles gesagt.