Gestern hatte ich einen dicken Brief in meinem Briefkasten. Darin war ein Büchlein: Mensch und Maschine. Wie es sich herausstellte, – Achtung: Link enthält Spoiler! – habe ich es von Diego bekommen – diesmal leider ohne Widmung.
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Beim Zappen in der ARD Mediathek bin ich auf 3sat auf das Thema Fasten gestoßen: Scobel.
Da waren viele mir bekannte Informationen dabei (Autophagie, Ketone) und einige für mich neue: Fasten durch Nahrungsmittelergänzung Spermidin , Fasten mache Chemotherapie verträglicher.
Ein bisschen nervt mich, dass in jüngster Zeit alles Mögliche evolutionär begründet wird, wenn es klug, plausibel und fortschrittlich klingen soll. Streng genommen ist die Argumentation aber reaktionär, wie es in der Sendung auch deutlich wurde: Da solle unser Körper ernährt werden wie zu Zeiten der Jäger und Sammler, z.B. durch das Intervallfasten, auch 16/8 genannt. Erinnert mich an mein Projekt 20/4. Vielleicht gehe ich das demnächst mal an.
Zwei Filme habe ich in der letzten Zeit bewusst gesehen. Der eine war Sibel.
(Es geht um eine stumme Frau, die sich in einem türkischen Bergdorf nur in Pfeifsprache unterhalten kann. Alle Pfeifdialoge seien authentisch. Die Schauspielerin musste zu Beginn der Dreharbeiten die Pfeifsprache lernen. Lustig fand ich, dass sie zunächst nicht einmal pfeifen habe können.)
Zu Weihnachten bekam ich zwei Comichefte geschenkt: Die ersten beiden Ausgaben von Blake und Mortimer (Das Geheimnis der großen Pyramide). Jedenfalls dachte ich, dass es die ersten Bände sind, bis ich in der Kastanienallee im Comicladen einen Sammelband sah, der sich nach intensiv gelangweilt wirkenden Recherchen der Dame hinterm Thresen als Vorgänger entpuppte. Nun lese ich auf Wikipedia, dass die nach 1996 erschienen Bände keiner Chronologie mehr folgen. Na toll.
Hat was von Tim und Struppi und Indiana Jones – mit einer Prise Aliens oder antiker Zauberei. Inhaltlich ist es etwas abgedreht. So findet man sich in Der Kampf um die Welt einer überlegenen Macht ausgesetzt, die sich unterirdisch im Himalaya klammheimlich aufrüsten konnte: Die Gelben. (Wie gesagt, hat was von Tim und Struppi.) Naja, ich leese es trotzdem gern.
Im Deutschlandfunk Kultur gibt es gerade einige Buchvorstellungen zum Thema Ki&Co, z.B.: Robert Feustel: „Am Anfang war die Information“ – Die Grenzen der Digitalisierung.
Zu Beginn des Beitrages unterläuft dem Moderator ein beliebter Fehler, der sich zum Teil wohl vom Buchtitel herleitet, als er sagt: „‚Am Anfang war das Wort‘, so lautet zumindest in der Bibel die Schöpfungsgeschichte.“ Das gemeinte Zitat ist aus dem Johannesevangelium und lautet eigentlich „Im Anfang war das Wort“. Die Bedeutung verändert sich nicht unwesentlich, wenn es „Im“ oder „Am“ heißt.
Eine interessante Übersetzung findet sich ebenfalls beim DLF Kultur:
Im Uranfang war Er, das Wort.
Und Er, das Wort, war bei Gott.
Und Gott war Er, das Wort.
Der war im Uranfang bei Gott
Alles ist durch Ihn geworden,
und ohne Ihn geworden ist nicht eines.
Eugen Drewermann übersetzt das nicht ungeschickt so:
Am Anfang steht worthafter Geist. Denn worthafter Geist geht nach Gott. Gott selber ist worthafter Geist.
Von Anfang an geht er nach Gott.
Alles entsteht nur durch ihn, und ohne ihn entsteht nichts. Was immer entsteht, ist Leben durch ihn.
Jetzt ist natürlich die Frage, ob Robert Feustel mit seinem Buchtitel wirklich auf das Johannesevangelium anspielen will, vermutlich nicht. Für die Meinung von Philosoph Markus Gabriel, Gedanken seien objektiv wahre Tatsachen, die wie ein Ding existieren, kann er jedenfalls nichts. (Das Beispiel, Angela Merkel sei Bundeskanzlerin, ohne dass wir dies denken, ist eigentlich ein Beispiel für ein Gegenargument, denn wenn niemand denken würde, sie sei Bundeskanzlerin, wäre Angela Merkel verrückt. Wer ist nun verrückt?)
Mir scheint die fälschliche Übersetzung sowie die Zuschreibung zur Genesis ein ähnlich beliebter Irrtum zu sein, wie der, nachdem Eva, das Früchtchen, ihrem Adam einen Apfel gegeben hätte. Siehe auch: Der unsichtbare Apfel.
Am ehesten aus der Reihe der vorgestellten Bücher würde mich „It’s Alive“ interessieren.
Vor einigen Tagen habe ich in einer Baumkugel übernachtet. Das war eine tolle Idee von Anne. (Ich würde sie ja gerne verlinken, aber sie hat immer noch kein eigenes Blog, soweit ich weiß.) Das Restaurant hatte eine ziemlich feine Küche. Hungrig saßen wir als einzige Gäste (zunächst) an einem der Tische, als der einzige andere Mensch – der Koch, wie sich später herausstellte – mit einem Teller hübsch dekorierten Essen zu uns kam, uns diesen zeigte und unsere Meinung zur Ästhetik wissen wollte, schließlich machen ja alle bei Instagram (No Fotos!) mit, da müsse er auch mal was posten – und zog uns das Gemüse vor unserer Nase wieder weg.
Das folgende Drei-Gänge-Menü war richtig gelungen. Insgesamt ist Robinsons Nest sehr auf Nachhaltigkeit ausgelegt. So hatte man die Wahl, eine normale Toilette mit Spülung oder ein Plumpsklo mit Rindenmulch und getrenntem Ausscheidungs-Auffang zur besseren Düngenutzung zu benutzen. Der Aufenthalt in der Kugel war ein wenig wie in einem Boot bei ruhigem Seegang. Schön war der Blick in die Baumwipfel und später – wir hatten klare Sicht – der Blick in den Sternenhimmel. Das vegetarische Frühstücksbuffet am nächsten Morgen gefiel mir ausgesprochen gut. Insgesamt also zu empfehlen.
Meinen Hinweis zwischendurch, dass ich es fraglich finde, ob man mit den Anwesenden auch einfach draußen am Lagerfeuer eine Mettwurst grillen kann, fand Anne nicht so lustig. Ich hatte jedenfalls immer ein bisschen das Gefühl, Nachhaltigkeit ist vor allem was für feine Leute.
So von wegen E-SUV fahren. Ich glaube, es gibt zwei Gründe, warum es von deutschen Autoherstellern zunächst eher Elektro-SUVs gibt als Elektro-Kleinwagen: Der Elektroantrieb wird teuer und SUVs werden ohnehin teuer. Außerdem kann man den ungenutzten Platz in der Karosserie für Akkus verwenden.
Ich hatte darüber dann auch am Montag ein Gespräch mit Christian. Wir waren in McDonalds einen Kaffee trinken und überlegten, dass wir bei der Weihnachtsbaumaktion, die mit einem gemeinsamen Fackelmarsch zum Verbrennen der Weihnachtsbäume mit Mettwürstchen vom Grill & Co endet, mit eigenen Bambusfackeln mitlaufen, vegane Mettwürstchen grillen und vorschlagen, die Bäume nicht zu verbrennen sondern zu kompostieren. (Das war eigentlich irgendwie Diegos Vorschlag.) Im Prinzip alles gute Ideen, die aber ganz schön viel Veränderung abverlangen würden.
Eine Frage dabei ist, kann Nachhaltigkeit gelingen, wenn es sich nur Reiche überhaupt leisten können. Wenn es in einigen Jahrzehnten womöglich so ist, dass ein eigenes (Flug-)Auto nur noch den Superreichen vorbehalten sein wird, weil es für die große Mehrheit der Menschen schlicht zu teuer sein wird, erscheint mir das ungerecht – so wie es ja derzeit im weltweiten Vergleich ungerecht zugeht. Obwohl…
Derweil habe ich mir im Avocadostore in Berlin Bambussocken gekauft. Damit ich wenigstens manchmal tue, was ich für richtig halte.
Nachdem der letzte Fahrradausflug nach etwa 15 Minuten mit einem platten Hinterreifen unterbrochen wurde und dank Patricks Flickzeug die Fahrt nach etwa 30 Minuten fortgesetzt werden konnte, bin ich heute mal woanders lang. Schwer schie hey:
Die Festtagskilokalorien ächzten ganz schön ab 300m N.N. Also als es losging. Am Eichholzkopf bei 600m N.N. haben sie nur noch gewimmert, auch vor Kälte.
Ich habe mir ja in der Vergangenheit schwer Gedanken gemacht, wie körperlich alles ist. Passend dazu nehme ich auf ärztlichen Rat seit kurzer Zeit Vitamin D. Die Einnahme hob in den vergangenen Wochen leicht meine Stimmung, ob direkt oder durch Placebo ist mir egal.
(Placebo ist ja eben ein körperlicher Effekt. Der Begriff Placebo wird vermutlich häufig mit dem Wort „nur“ gedacht, was aber der Wirkmacht des Effekts nicht gerecht wird und eher nach einer hilflosen Deskription derer klingt, die *alles* erklären können wollen. Eigentlich geht es um die Frage der Kontrolle: In welchem Maß habe ich es in der Hand, wie es mir geht? Womöglich hilft der Gedanke, dass man nichts für seine Befindlichkeit kann, sehr wohl aber Faktoren beeinflussen kann.
Mich würde interessieren, ob es schon Untersuchungen gibt, ob in Anbetracht des Zusammenwachsens von Technik und Mensch sowas wie ‚Cyber-Placebos‚ oder auch ‚Cyber-Nocebos‚ existieren. Ich vermute, überall, wo Abhängigkeiten entstehen, entstehen bei Funktionsausfall Entzugserscheinungen. Logische Konsequenz: Man sollte zunächst versuchen, sich nicht von seinem Körper abhängig zu machen. Vielleicht besteht ein Problem auch darin, dass der Mensch zu viel über sich und seinen Körper weiß, aber die Informationen nicht gut genug einordnen kann. Also müsste man vor allem an Selbstwahrnehmungscyberimplantaten forschen, wenn das Ziel eine Selbstoptimierung sein soll.)
Interessant im Zusammenhang der Frage, wie körperlich alles ist, ist zum Beispiel, welche Auswirkung die bakterielle Besiedlung des Darms haben kann:
- Meine Bakterien und ich – Der Mensch als Metaorganismus (Man beachte, dass ein wesentlicher Ausgangspunkt der Kieler Forschung die Hydra ist: „Hydra, alle Tiere und der Mensch sind mehr als ihre Teile. Sie sind „Metaorganismen“, weil ihr Organismus auch die eigenen Mikroben umfasst.“)
- Der kluge Bauch – Unser zweites Gehirn („Im Bauchhirn lebt eine Hunderte Milliarden von Bakterien zählende Kolonie, deren Aktivität sich auf Persönlichkeit und Entscheidungen des Menschen auswirkt und die dafür verantwortlich ist, ob jemand beispielsweise zurückhaltend oder verwegen reagiert.“)
- Bakterien-Fund im Gehirn wirft viele Fragen auf („Rosalinda Roberts hält es für denkbar, dass Bakterien direkt im Gehirn eine Rolle spielen könnten. Jene Mikroben, die sie in den Hirn-Gewebeschnitten entdeckte, gehören sogar zu Stämmen wie Bacteroidetes, Firmicutes und Proteobacteria. Diese kommen auch im Darm vor. Es wäre eine faszinierende Vorstellung, wenn die Darm-Hirn-Achse nicht auf einer Fernwirkung beruhte, sondern auf einer direkten Einflussnahme vor Ort.“)
- „Mini-Gehirne“ aus Stammzellen – Was denkt ein Organoid in der Petrischale? (Hat nicht mit dem Thema direkt zu tun, ist aber auch interessant. „Man könnte sagen: Die Organoide sehen. Licht trifft auf die Netzhautzellen, und die Nervenzellen reagieren mit elektrischen Signalen. Nicht so kompliziert wie im Gehirn, aber das gleiche Prinzip.“)
- Von cerebralen und anderen Organoiden (Kritischer Blick, 5 Jahre alt: „Mit etwas Glück könnten die Wiener Forscher zeigen, wie sich neuronale Synapsen entwickeln und verknüpfen. Aber die vielfältigen und komplexen Verhaltensmuster von Autismus zu erklären – dazu bedarf es nun wirklich einiges mehr.“)
Ich bin übrigens nicht wirklich schlauer geworden, wie körperlich alles ist. Solange die Maschine aber noch zittert und Vitamin D beim Bloggen hilft, soll mir vieles recht sein.
Schöpfung wird durch Fehler kreativ, sonst bleibt sie Wiederholung. Es folgt die Herausforderung der Kreatur, ihr einen Sinn zu geben.
Α) Für die Skeptiker unter uns: Wenn es die Ewigkeit gibt, dann gibt es sie längst.
Ω) Für die Skeptiker, unter uns: Wenn es die Ewigkeit nicht gibt, was sollte das Jetzt hier?
Snoop Dogg findet deutliche Worte zur Haushaltssperre in den USA: Don’t vote for that nigga. Am meisten gefällt mir der Aufdruck seiner Mütze: MAKE AMERICA SNOW AGAIN.
Minimalismus scheint ja ein Trend zu sein. Umso interessanter, dass da jemand schon vor 30 begonnen hat: Minimalist seit 30 Jahren: Wenn das Leben in einen Rucksack passt. Bemerkenswert ist, dass auch er seinen Besitz immer weiter digitalisiert hat. Denn was er nicht missen möchte, ist sein Tablet. Ich halte Tablets ja lustigerweise eher für überflüssig. Andreas schuf damals, als Jolla das Tablet crowdfunden ließ, den Begriff ‚Porzellanelefant‘. Er war glaube etwas enttäuscht, weil er sich damals ein besseres, größeres Telefon mit SailfishOS gewünscht hatte. Jolla machte ein großes Tamtam mit der Ankündigung „Something BIG is coming“. Im Kern stimmte ich ihm aber damals bereits zu. Wer *braucht* sowas? Es war klar, dass dieses Projekt der Finanzierung von Jolla und damit der Weiterentwicklung von Sailfish diente. Ein Jahr später gab es Finanzierungsschwierigkeiten und das Projekt war gescheitert. Ich gehörte zu den wenigen Glücklichen, die ein Tablet erhielten. Genutzt habe ich es in den vergangenen Jahren eher selten.
Jedenfalls frage ich mich, worum es bei diesem Fengshuisieren eigentlich geht. Befreiung von Sachen bei gleichzeitiger Anhäufung digitalen Besitzes scheint mir wieder gefuddelt. Aber davon habe ich keine Ahnung.
Kann man eigentlich Minimalist und Influencer gleichzeitig sein?
Während ich mir noch immer schwer Gedanken mache, passiert so Einiges.
Tatran hat heute ein neues Album herausgebracht:
(Tree ist einer der wenigen Titel, die wirklich neu sind. The Elephant bspw. kennt man ja schon vom Live-Album.)
Und heute Abend läuft im Deutschlandfunk ein Feature zum Thema Climate Fiction. Das interessiert mich, denn nachdem ich in den vergangenen Tagen einigen Schülern versucht habe, ein paar Dinge rund um den Klimawandel beizubringen, befürchte ich, dass es für den ein oder anderen auch eher um CliFi statt um CliSci ging. Benutzt haben wir das Monash-Klimamodell, mit dem man auch ein bisschen Star-Wars spielen kann. Ziel des Spiels ist es, die Klimafaktoren so zu verändern, dass aus der Erde bspw. Tatooine wird (, dessen Bevölkerung sich übrigens „größtenteils auf die Ballungsräume Mos Eisley und Mos Espa“ konzentriert). Den spielerischen Ansatz finde ich gut. Ich frage mich, was dann später wirklich an Zusammenhang hängen geblieben sein wird.
Außerdem gab es am Mittwoch im PoetrySlam endlich mal wieder einige ernsthafte Texte und weniger Comedy. Da hat es sich gelohnt, seit Ewigkeiten mal wieder hingegangen zu sein. Gute Idee, Anne!
PS: Wusstet ihr, dass es in der Folge Die Schlacht von Maxia von Star Trek – The Next Generation irgendwie auch um die Frage geht, wie körperlich alles ist? Weniger Fiktion ist da im entfernten Zusammenhang dieser Text: Nele hat Schmerzen. Und: Habt ihr schonmal von Silke Bischoff gehört?
Ich denke in letzter Zeit viel nach, meist über zwei Dinge:
Inwiefern ist uns fragmentierte Verantwortung – ich verstehe darunter sowas wie das Durchdringen von industriellem Denken von allen Lebensbereichen, dann hab ich gerade mal gegoogelt und gesehen, dass der Begriff bereits benutzt wird – eine Erleichterung (Ich bin nicht für alles verantwortlich.) oder eine Belastung (Ich kann nichts wirklich ändern auf dieser Welt.)
Ist alles nur körperlich? (Der gute Gedanke daran: Ich kann nichts dafür. Der schwierige Gedanke: Für was kann ich denn dann überhaupt was?)
Vielleicht schreib ich darüber ja mal was.
Mit E-Bikes kann ich ja wenig anfangen – und bin damit vermutlich nicht alleine. Vielleicht liegt das daran, dass ich einfach gerne Fahrrad fahre. Ich höre in Gesprächen darüber öfter, dass es für ältere Menschen ja schon sehr gesund und praktisch sei. Lustigerweise habe ich das Argument bislang nur von vergleichsweise jungen Menschen gehört.
Mit Freunden hatte ich mal kurz darüber gealbert, dass unser nächstes Fahrrad ein E-Fully-Fat-Carbon-Bike werden müsse. Eine kurze Internetsuche ergab dann, dass es ein solches Projekt bereits gibt: … Ich finde es jetzt nicht mehr, dafür aber das: The Cyclotron Bike.
Jetzt gibt es ein E-Bike für den geneigten Hipster: Single-Speed E-Bike CooperE. Was soll ich dazu sagen?
Vor zwei Wochen habe ich mir in der Berghainkantine – ich hab mir extra das Hausverbotsoutfit angezogen, damit man mich wiedererkennt (hat aber nichts genützt) – ein Konzert angehört. Tatran hat dort als Trio mit Schlagzeug, E-Gitarre und E-Bass Instrumentalmusik gemacht, die schwer zu kategorisieren ist. Post Progressive Jazz, gibt’s das? Selbst schreiben sie über sich:
TATRAN (Tel Aviv, 2011) are an eclectic Tel-Aviv based instrumental band, with musical influences that range from jazz, avant-garde, post-rock and experimental.
Auch in dieser Gruppe war mal wieder der Bassist auffällig. Bei einem Lied hat er sein Pedal derart eingesetzt, dass er ein klassisches E-Gitarrensolo hingelegt hat. Hat ein paar Minuten gedauert, bis ich gerafft hab, dass da gerade der Bass den Gitarrenpart übernimmt. Schwer in Ordnung die Musik.
Von diesem Konzert hab ich kein Video gefunden, dafür dann das hier:
Disclaimer: Dieser Text behandelt religiöse Themen! (Atheisten oder Agnostiker mit schwachen Nerven seien gewarnt.)
Am Montag besuchte ich in weiblicher Begleitung eine kleine Wanderausstellung der Ahmadyya-Gemeinde Deutschlands im Marburger Rathaus zum Thema Islam. Einer der Ausstellungsbetreuer sprach mich ziemlich schnell an, bevor ich mir auch nur eines der im Raum ausgestellten Roll-ups (s. auch: Public Viewing) durchlesen konnte, die – bis auf zwei spezielle Ahmadyya-Themen zu Kalifen&Co – größtenteils mit eher allgemeinen Islaminformationen gefüllt waren. Das fanden wir im Nachhinein ziemlich praktisch – ulai, was leesen! So erfuhren wir zum Beispiel, ohne ein Wort lesen zu müssen:
Abdul Basit Tariq, Imam der Ahmadiyya. Der Glaube an eine Art „hauseigenen Kalifen“ bricht das islamische Dogma, dass auf Muhammad kein weiterer Gesandter mehr folge. Damit hat sich die Gemeinde die Ablehnung der übrigen Muslime zugezogen. Im Ursprungsland der Bewegung, Pakistan, verfolgt man die Ahmadis als Ketzer. Sie scheinen Altbekanntes neu zu deuten: Jesus sei nicht am Kreuz gestorben, sondern wurde 120 Jahre alt. Vor allem wollen sie eines, behaupten die Ahmadis: Verständigung und Frieden. (Deutschlandfunkkultur)
Sowas hier hat er uns allerdings vorenthalten:
Hiltrud Schröter: „Die Ahmadiyya ist eine millenarische Kalifat-Bewegung mit der Ideologie vom Endsieg und mit Großmachtfantasien. Zum Beispiel sagte der jetzt regierende fünfte Kalif: Alle göttlichen Anweisungen von Adam bis Jesus sind im Koran enthalten. Der Sieg wird uns geschenkt werden. Die Ahmadiyya wird die Oberhand auf der ganzen Welt erzielen. Das wurde dann noch erläutert. Die Oberhand werde auf der ganzen Welt in 300 Jahren erlangt sein. Die Ahmadiyya ist weltweit bereits aufzufinden in sämtlichen Erdteilen und zwar ist sie nach neuesten Angaben bereits in 190 Ländern und hat insgesamt 14.000 Moscheen bereits erbaut. Das alles in den gut 100 Jahren.“ (ebd.)
Das Gespräch war inhaltlich sehr informativ und später intensiv. Insbesondere als wir Fragen zur Frauenrolle in deren Gemeinden stellten, wurde es dann zu einem höflichen Streitgespräch. Die Begründung, warum eine Frau keine Imamin werden kann, hat mich nicht überzeugt (musste es ja auch nicht): Während der Menstruation dürften Frauen nicht beten. Und was wäre das für ein Imam, der nicht ständig für seine Gemeinde da sein kann? Für mich klang das im Gespräch dann noch öfter nach Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Ein weiterer Betreuer aus Gießen gesellte sich noch dazu und merkte an, dass seine Schwester im Jugendalter beschlossen habe, kein Kopftuch mehr zu tragen. Das sei in Moschee und Familie kein Problem gewesen. Er merkte aber auch an, dass dies bei Gemeinden auf dem Dorf unter Umständen anders sein könnte.
Das würde übrigens meine Beobachtung vergangener gesellschaftlicher Entwicklung bestätigen, dass wir in Wahrheit keine echten Konflikte zwischen Geschlechtern, ‚Rassen‚, Generationen, zwischen Gutmenschen und Stammtischdeutschen, Fleischessern und Veganern etc. haben. Vielmehr sind dies nur Schlachtfelder der Anschaungen zwischen ländlicher und städtischer Bevölkerung. (Da, wo unterschiedliche Menschen miteinander besser und häufiger in einen Austausch kommen können, kann auch besser und häufiger gegenseitiges Verständnis entstehen.) Ich muss nämlich ehrlich sagen, dass ich solch ein ähnliches Gespräch auch mit jemandem in Wissenbach hätte führen können. Patrick bestätigte mich am nächsten Tag: In der FEG in Wissenbach seien weibliche Pastoren eher nicht erwünscht. (Ein Blick auf die Liste der Prediger bestätigt das. Der einzige weibliche Name ist die ehemalige Pfarrerin der evangelischen Kirche.)
Am Schluss des Gesprächs in der Ausstellung war ich dann ein bisschen fies – und hab den Ahmadis die Hand ausgestreckt. Ich wollte nämlich kucken, ob sie ihrer weiblichen Gesprächspartnerin danach auch die Hand schütteln würden. Hamse gemacht. Den zögerlichen Widerwillen interpretierten bestimmt meine Vorurteile in ihre Gestik. Ich fand es jedenfalls schade, dass ich nur männlichen Gemeindemitgliedern die Hand hätte schütteln können. (Das habe nur am Tag gelegen, so ein Gesprächspartner.)
Insgesamt waren mir die religiösen Ansichten der beiden freundlichen Ahmadis zu dogmatisch. Ich bekam den Eindruck, dass es im Grunde für alles eine Verhaltensregel gebe. Mein Gedanke dazu war: Wenn Gott auf die Freiheit des Einzelnen pfeifen würde und es ihm wichtig wäre, dass sich seine Menschen an ein detailiertes, für jede Eventualität gewappnetes Regelwerk hielten, tja, dann wäre es doch am effektivsten, wäre er höchstpersönlich anwesend und würde in seiner Allmacht jedem Menschen immerzu das Passende sagen: „Mach das. Lass das. Leg das weg. Jetzt nicht beten, du blutest.“ Und nicht sowas:
Eugen Drewermann hat, wenn ich mich richtig erinnere, in seiner Übersetzung des Johannesevangeliums die Wörter wie „Juden“, „Schriftgelehrten“ oder „Pharisäer“ mit Gottesbesitzer übersetzt. Ich glaube, weil er damit deutlich machen wollte, dass es nicht um die Herkunft dieser Personengruppen sondern um deren Verhalten geht, wenn sie dogmatisch genau wüssten, was Gottes Wille sei. Das ist aber nur meine Lesart.
Für die Wahrheit kann nur streiten, wer sie nicht besitzen will.
„Leichtes Erdbeben“ nach Elfmeterpfiff:
Um 11.43 Uhr Ortszeit verzeichneten am Samstag die Seismographen leichte Erschütterungen in der Region rund um die Hauptstadt Lima. Exakt in dieser Minute hatte der Schiedsrichter bei der Partie Peru gegen Dänemark der peruanischen Mannschaft einen Elfmeter zugestanden. „Das Beben wurde von vor Freude springenden Fans ausgelöst, die ein mögliches Tor vorab bejubelten“ […].
Vielleicht sollte dort mal ne WM stattfinden.
Mathias Drobinski im Interview: „Fatalismus hat was Subversives“. Anlass ist sein Buch Lob des Fatalismus. Ich finde, es hört sich eher nach Gelassenheit und nicht nach Fatalismus an, wofür er spricht. Fatalismus klingt für mich nämlich zu sehr nach Nihilismus – diese Verknüpfung wäre ihm vermutlich nicht recht. Ich glaube, er meint eher, das Unveränderbare zu akzeptieren. Ich strebe ja immer noch an, leidenschaftlich zufrieden zu sein.
Diskussionen zwischen KI-Systemen sollen Entscheidungen nachvollziehbar machen, berichtet heise von OpenAI.
Da denke ich mir (was mit dem Artikel selbst nur noch wenig zu tun hat): Wenn uns demnächst Maschinen auch Entscheidungen abnehmen können, dann brauch man ja auch keine Verantwortung mehr zu übernehmen. Autonome Autos sind da ziemlich plausibel, vielleicht gilt das aber auch für andere Bereiche, wie z.B. Altenpflege. Vorher machen uns aber am besten noch die Hirnforscher weis, dass wir gar nicht die Entscheidung selbst treffen, sondern unser Gehirn. Dann wären wir alle fein raus.
Während in den USA gerade Bike Month ist, kommt die HLB laut Patrick auf interessante Ideen:
Mo-Fr von 06:00 bis 09:00 und 16:00 bis 19:00 Uhr steht der Mehrzweckbereich nicht für die Fahrradmitnahme zur Verfügung, solange dieser für Stehplätze benötigt wird.
(Quelle: ADFC)
ÖPNV in D – K tA St ρ fE. Vielleicht sollte man die alten Dieselloks wieder reaktivieren, damit mehr Fahrräder transportiert werden können. Naja, da lausche ich lieber dem Podcast As Easy As Riding A Bike (To Work) und lächle.
Derweil re-verstaatlicht Großbritannien diverse Zugstrecken. Warum? Teure Tickets und etliche Zugausfälle:
Die Medien waren voll von wütenden Pendlern, die Konsequenzen forderten. Andere reagierten mit Humor. Ein Spieleentwickler stellte das Spiel „Southern Rail Tycoon“ ins Netz. Das Ziel des Spiels ist es, von möglichst vielen Fahrgästen Geld kassieren und dann so viele Zugfahrten wie möglich ausfallen zu lassen.
Im DLF gibt es ein Interview zu Bienen und ökologischer vs industrieller Landwirtschaft. Darin gibt es einen lustigen Versprecher, als der Bienenexperte „Weltagrarrat“ sagen wollte. Die von der Weltbank beauftragten wissenschaftlichen Untersuchungen kämen zu dem Schluss, dass langfristig die Weltbevölkerung nur ernährt werden könne, wenn die Landwirtschaft folgende Bedingungen erfülle:
- minimaler Pestizideinsatz
- keinen Kunstdünger
- keine gentechnisch veränderten Pflanzen
- regionale Produktionsmethoden
Ausgangsfrage war demnach von der Weltbank folgende: Wo sind die größten Risiken der Weltwirtschaft in Zukunft? Antwort: Hungerrevolten.
Derweil kann man sich auch fragen, wie viel Wasser beim Sojaanbau in Brasilien dafür draufgeht, dass ich ein Rindersteak esse. Stichwort: Virtuelles Wasser, wie Diego heute morgen sagte, als wir über Steuerungsmechanismen und Verantwortung in Bezug auf Nachhaltigkeit sprachen. Ich finde es dabei irgendwie Augenwischerei, wenn dem Verbraucher die Verantwortung für ökologisches Bewusstsein in die Schuhe geschoben wird. Das dachte ich mir schon beim Film zum Thema Landgrabbing, den ich im Januar auf der Globale gesehen hatte. Kann der Weltbienenrat nicht mal eine Nachhaltigkeitssteuer auf sämtliche Waren erheben, die sich nach langfristigen Kriterien richtet?
Die Illusion der Gewissheit ist ein Essay von Siri Hustvedt (Die zitternde Frau), über den im Deutschlandfunk berichtet wurde: Rezension („Das Leesen des Buches ist schwere Arbeit“) und Interview („KI wird nicht in der Lage sein, Emotionen zu entwickeln“).
Im Grunde geht es glaube ich mal wieder um das Leib-Seele-Problem, wenn auch vielleicht nicht direkt. Ich stelle ja in letzter Zeit immer wieder fest, wie körperlich viele Dinge doch sind, von denen ich es vorher nicht annahm. Vielleicht werde ich alt. Jedenfalls spricht sie mir beim Thema KI&Co aus der Seele. Wenn sie mit ihren Thesen daneben läge, würde sie mir – logisch – aus dem Leib sprechen.
Findet es noch jemand witzig, dass sie Siri heißt? Und warum findet derzeit jeder HAL interessant, anstatt sich mal bspw. auf SHODAN zu beziehen, wenns um verrückte KIs geht:
Can This AI-Powered Baby Translator Help Diagnose Autism?
“Misidentifying false positives is not risk-free,” he says. “We’re talking about changing a way a parent thinks about their child and interacts with them, which in and of itself can influence their development.” With research about how to best help neurodiverse kids flourish already lagging far behind the field of AI-based autism detection, and access to the resources that are available unequally distributed through society, algorithms won’t be enough to democratize good outcomes.
Wenn wir das nächste Mal ins Berghain nicht reinkommen – er, oder sein Bruder, sagte wegen meines T-Shirts wörtlich zu mir: „Du bist der erste – der nicht reinkommt“, ziemlich fies – , könnte man ja statt ins Sysiphos in den Conscious Club gehen, Diego.
Kennt ihr das, Filme immer wieder zu schauen, weil man nicht komplett durchgehalten hat? Versuche den dritten Abend in Folge bei diesem an sich unterhaltsamen Film wach zu bleiben: Die Azteken-Mumie gegen den Menschen-Roboter. Das erinnert mich an Zwei bärenstarke Typen, welchen ich ne Weile mal sehen wollte, es aber nie schaffte durchzuhalten und zur DVD-Menü-Musik, die sich ständig wiedderholte, irgendwann wieder wach wurde. Derweil ist es gerade nach 1:00 und draußen zwitschern die Vögel immer noch eifrig. Na dann, gute Nacht.
Nachtrag (10.5.):
Mist, hat wieder nicht geklappt.
Heute ein Video:
Wen es weiter interessiert: Kurzdoku, in der beide von Schicksalsschlägen erzählen sowie ein NPR Music Tiny Desk Concert, bei dem ich mich ein bisschen in den Bassisten verliebt habe.
Ich bin heute über die Losung gestolpert. Nach dem gelosten Vers aus dem Alten Testament („Ich bin dein, hilf mir!„) und dem dazu passend ausgewählten Vers aus dem Neuen Testament („Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.„) wird da Sophie Scholl zitiert:
Wie ein dürrer Sand ist meine Seele, wenn ich zu dir beten möchte. Mein Gott, verwandle du diesen Boden in eine gute Erde, damit dein Samen nicht umsonst in sie falle, wenigstens lasse auf ihr die Sehnsucht wachsen nach dir, ihrem Schöpfer. Ich bitte dich von ganzem Herzen, zu dir rufe ich.
Weil mich die Formulierung mit der Seele als dürren Sand berührt hat, habe ich dann ein wenig nach den Umständen gesucht, in welchen sie das aufgeschrieben hat und bin auf den herder-Verlag gestoßen. Dort ist ein Artikel aus der Zeitschrift Christ in der Gegenwart veröffentlicht: Widerstand gegen Hitler – Die letzten Gebete der Weißen Rose. Darin wird über Sophie Scholl unter der Überschrift Trotzdem rufe ich „Du“ erzählt, dass sie Gott direkt ansprechen müsse, zum Beispiel in einem Eintrag vom 15. Juli 1942:
Wie ein dürrer Sand ist meine Seele, wenn ich zu Dir beten möchte, nichts anderes fühlend als ihre eigene Unfruchtbarkeit. Mein Gott, verwandle Du diesen Boden in eine gute Erde, damit Dein Same nicht umsonst in sie falle, wenigstens lasse auf ihr die Sehnsucht wachsen nach Dir, ihrem Schöpfer, den ich so oft nicht mehr sehen will. – Ich bitte Dich von ganzem Herzen, zu Dir rufe ich, […]
Das liest sich anders, ehrlicher und eher wie etwas, das ich schonmal in einem etwas anderen Zusammenhang erwähnt habe. Navid Kermani zitiert im Kapitel Die Schoa aus Jossel Rakovers Wendung zu Gott:
[Gott Israels,] Du aber tust alles, daß ich an dich nicht glauben soll. […] es wird Dir alles nichts nützen. Magst Du mich auch beleidigen, magst Du mich auch schlagen, magst Du mir auch wegnehmen das Teuerste und Beste, das ich hab‘ auf dieser Welt, magst Du mich zu Tode peinigen – ich werde immer an Dich glauben. Ich werde Dich immer liebhaben, immer Dich, Dich allein, Dir zum Trotz!
Was hier die Herrnhuter Brüdergemeinde mit Sophie Scholls Gebet gemacht haben, erinnert mich an das, was ich über das Buch Hiob mal irgendwo gelesen habe. Es gibt die Vermutung, dass es nicht einen Verfasser des Buches gegeben hat, sondern mindestens zwei im Abstand mehrerer Jahrhunderte. Dafür spreche, wenn ich mich richtig erinnere, dass die Zahl „3“ wesentliches Gestaltungselement darin sei und plötzlich ein vierter Freund auftaucht, und auch das zum Rest wenig passende Ende, die Rehabilitierung Hiobs, nachträglich eingearbeitet wurden.
Das macht durchaus Sinn, wie ich finde: Hiob besuchen drei Freunde, die ihm entgegenreden, er müsse etwas falsch gemacht haben, sonst hätte Gott sich nicht gegen ihn gewendet. Diesen Reden widerspricht Hiob jeweils und klagt Gott an. Dann taucht auf einmal ein vierter Freund auf, der nocheinmals Gott verteidigt. Dem Vierten antwortet Hiob nicht. Als schließlich Gott im Sturm erscheint, nimmt Gott Hiob in Schutz, widerspricht seinen drei Freunden, was die denn seinen Diener Hiob so angingen, und weist gleichzeitig Hiob wiederum zurecht: Er wolle die Weisheit dessen in Frage stellen der alles erschaffen hat, zum Beispiel Behemot und Leviathan? („Wo warst du, als ich die Erde erschuf?„) Das Buch Hiob endet damit, dass Hiob einsieht, dass er gegen Gottes Weisheit nicht bestehen kann. Schließlich wird Hiob belohnt mit mehr Besitz und schöneren Töchtern als vorher. Und er stirbt alt und lebenssatt. Yeah.
Allgemeinhin wird aus dem Buch Hiob, glaube ich, die Lehre gezogen, man müsse nur standhaft genug in der Prüfung mittels Lebensleids sein, das Gott uns auferlege, dann würde man belohnt. Ich lese da eher rein, dass es Lebenssituationen gibt, in denen Gott anzuklagen die einzige Möglichkeit ist, den Glauben an ihn aufrechtzuerhalten. Und dieses Lebensleid auszuklammern, wie es die Herrnhuter in dem heutigen Losungstext andeutungsweise gemacht haben, ist nicht in Ordnung.
Mich hat A Beautiful Day ziemlich begeistert. Die Kameraästhetik und die Schauspielleistung von Joaquin Phoenix haben mich beeindruckt. Die Nahaufnahmen von scheinbar nebensächlichen Details habe ich so verstanden, dass sie den Blick der traumatisierten Hauptfigur widerspiegeln, die sich selbst kaum noch spürt und jeden Tag ums Überleben kämpft. Ich habe nicht verstanden, warum manch einer im Publikum bei der ein oder anderen brutalen Szene gelacht hat. Ist das der Tarrantinoisierung des Publikums geschuldet? Ich habe jedenfalls keinen schwarzen oder skurrilen Humor entdecken können. Nur zwei schwer traumatisierte Menschen, die einander helfen.
Jack Stratton von Vulfpeck im Interview bei CNBC weil Vulfpeck vor Jahren mit dem Album Sleepify bei Spotify Geld verdient hatte, welches man während des Schlafens hören konnte, damit die anschließende Tour kostenlos sei:
Es lohnt sich, ihm genau zuzuhören. Genauso wie beim G-BOMBS Salad Tutorial:
Oder hier:
Ein Feueralarm zerstörte Festplatten in einem skandinavischen Rechenzentrum vor einer Woche. Ob akkustische Waffen im Informationskrieg eine reale Gefahr werden könnten?
Außerdem: Bläser haben andere Hirnstrukturen als Zupfer, laut DLF-Beitrag über Musik als sozialen Klebstoff.
Apropos Musik: Tatran erinnert mich ein bisschen an Shalosh. Oder ist das schon positiver Rassismus?