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Schlagwort: wirr

Ach, du alle Welt

Vergangenen Dienstag war ich auf der Auftaktveranstaltung Ernährung vom Funkkolleg von hr-info. Dort sprach zum Ende Kai Funkschmidt, der irgendwie in die evangelische Kirche involviert ist, zum Thema religiöse Elemente in der Ernährung – oder umgedreht, erinner mich nicht mehr exakt. Ich erinnere mich aber an eine Randaussage, in der er die Antifa als linksterroristisch titulierte. (Den Zusammenhang krieg ich gerade nicht mehr hin, fiel aber auch schon direkt schwer, das weiß ich noch.) Linksterroristisch ist doch etwas unscharf formuliert. Der Wikipediaeintrag formuliert auch eine m.E. unscharfe Sichtweise des Verfassungsschutzes auf die Antifa:

[Die Jahresberichte des Verfassungsschutz] stellten [die Aktionen der Antifa] als terroristische Gewalt oder gefährliche Aufwertung und Provokation von Neonazis, deren Brandanschläge auf (andere) politische Gegner als Reaktion darauf dar. Sie erwähnten jahrelang keine gewaltfreien Aufklärungs- und Störaktionen von Antifa-Netzen gegen verfassungsfeindliche Rechtsextreme, setzten Antifagruppen mit gewaltbereiten Autonomen gleich und sahen Antifakampagnen fast nur als Rechtfertigung für Gewalt und „Klammer“ für linksextreme Aktivitäten gegen den Staat.

Also anders gesagt: Die Antifa sei Schuld an rechtsextremistischen Taten. Das klingt arg nach Verschwörungstheorie.

Wofür wohl das ‘V’ in BfV steht? Ob Kai Funkschmidt von der Christlichen Antifa weiß? Ob die Christen in der AfD von all dem wissen? Ob die Christen in der AfD wissen, dass Stauffenberg auch kritisch zu sehen ist?

Skythische Lämmer

Über Glauben und Wissen – Irrwege und Irrsinn:

Wissenschaft zeigt nicht, was wahr ist und was falsch. Wissenschaft schließt, anhand von Evidenz, was am wahrscheinlichsten wahr sein könnte.

Das Baumlamm kannte ich noch nicht (s. Wikipedia):

Other writers cite ancient Talmudic traditions, which tell of the Jeduah, described by rabbinical scholars as a plant-animal like a lamb which is tethered to the ground by a sort of umbilical cord, and which can only eat what vegetation is within reach of the cord. […]

In a variation, the Jedoui takes human form and is similarly grounded by its navel – it is a savage beast which kills anyone it can reach and can only be killed by severing the cord with an arrow or dart. Jedoui means ‘wizard’ and is the same wizard mentioned in Leviticus XIX 31, “Regard not them that have familiar spirits, neither seek after wizards, to be defiled by them: I am the LORD your God”; the bones of the Jedoui were placed in the mouth and immediately one was endowed with the gift of prophecy.

The Lamb Lies Down

It had a head, yes, ears, and all other parts a newly born lamb. …For myself, although I hadpreviously regarded these Borametz as fabulous, the accounts of it were confirmed to me by so many persons of credence that I thought it right to describe it.

Legend of the Lamb-Plant

Erinnert mich an Karl May. Und Wilhelm von Humboldt.

Mir kam der Gedanke, dass man es sich als Wissenschaftler ganz schön einfach machen kann, indem man seine Subjektivität aus der Beobachtung rausnimmt und sagen kann: “Ich bin fein raus.” Die Fragen sind nur: Geht das wirklich? Duldet die Wahrheit ein Subjekt? Erträgt die Antwort die Frage?

Siehe auch: Atheisten sind aber gläubig und Frage / question.

Wiener

Gestern schrieb ich ja über Star Trek Discovery. Da ist mir in der letzten Folge tatsächlich in der Szene, als Käpt’n Pike ein entlegenes Klingonenkloster aufsucht die Assoziation zu Game of Thrones gekommen (ohne dass ich davon je eine Folge gesehen hätte – außer die passende Southpark-Folge natürlich). Einen kurzen Moment später fiel mir auf, dass die Hintergrundmusik mit Geigen/Synthesizern unterlegt die Game of Thrones-Titelmelodie andeuteten. Vermutlich haben mir meine Lhren einen Streich gespielt. Eine winzige Restmöglichkeit bleibt, dass die Melodie so subtil unterlegt wurde, dass erst dadurch die Assoziation überhaupt hervorgerufen wurde. Dann wäre ich wieder fein raus.

Im Anfang steht das Denken still und lauscht

Im Deutschlandfunk Kultur gibt es gerade einige Buchvorstellungen zum Thema Ki&Co, z.B.: Robert Feustel: „Am Anfang war die Information“ – Die Grenzen der Digitalisierung.

Zu Beginn des Beitrages unterläuft dem Moderator ein beliebter Fehler, der sich zum Teil wohl vom Buchtitel herleitet, als er sagt: “‘Am Anfang war das Wort’, so lautet zumindest in der Bibel die Schöpfungsgeschichte.” Das gemeinte Zitat ist aus dem Johannesevangelium und lautet eigentlich “Im Anfang war das Wort”. Die Bedeutung verändert sich nicht unwesentlich, wenn es “Im” oder “Am” heißt.

Eine interessante Übersetzung findet sich ebenfalls beim DLF Kultur:

Im Uranfang war Er, das Wort.
Und Er, das Wort, war bei Gott.
Und Gott war Er, das Wort.
Der war im Uranfang bei Gott
Alles ist durch Ihn geworden,
und ohne Ihn geworden ist nicht eines.

Eugen Drewermann übersetzt das nicht ungeschickt so:

Am Anfang steht worthafter Geist. Denn worthafter Geist geht nach Gott. Gott selber ist worthafter Geist.

Von Anfang an geht er nach Gott.

Alles entsteht nur durch ihn, und ohne ihn entsteht nichts. Was immer entsteht, ist Leben durch ihn.

Jetzt ist natürlich die Frage, ob Robert Feustel mit seinem Buchtitel wirklich auf das Johannesevangelium anspielen will, vermutlich nicht. Für die Meinung von Philosoph Markus Gabriel, Gedanken seien objektiv wahre Tatsachen, die wie ein Ding existieren, kann er jedenfalls nichts. (Das Beispiel, Angela Merkel sei Bundeskanzlerin, ohne dass wir dies denken, ist eigentlich ein Beispiel für ein Gegenargument, denn wenn niemand denken würde, sie sei Bundeskanzlerin, wäre Angela Merkel verrückt. Wer ist nun verrückt?)

Mir scheint die fälschliche Übersetzung sowie die Zuschreibung zur Genesis ein ähnlich beliebter Irrtum zu sein, wie der, nachdem Eva, das Früchtchen, ihrem Adam einen Apfel gegeben hätte. Siehe auch: Der unsichtbare Apfel.

Am ehesten aus der Reihe der vorgestellten Bücher würde mich “It’s Alive” interessieren.

Erschöpfung

Schöpfung wird durch Fehler kreativ, sonst bleibt sie Wiederholung. Es folgt die Herausforderung der Kreatur, ihr einen Sinn zu geben.

Künstliche Verantwortung

Diskussionen zwischen KI-Systemen sollen Entscheidungen nachvollziehbar machen, berichtet heise von OpenAI.

Da denke ich mir (was mit dem Artikel selbst nur noch wenig zu tun hat): Wenn uns demnächst Maschinen auch Entscheidungen abnehmen können, dann brauch man ja auch keine Verantwortung mehr zu übernehmen. Autonome Autos sind da ziemlich plausibel, vielleicht gilt das aber auch für andere Bereiche, wie z.B. Altenpflege. Vorher machen uns aber am besten noch die Hirnforscher weis, dass wir gar nicht die Entscheidung selbst treffen, sondern unser Gehirn. Dann wären wir alle fein raus.

Han Solo ist tot

Hab mir jetzt Star Wars – Das Erwachen der Macht nochmal richtig angesehen. Ein echtes Disney-Märchen: Für Kinder von Kindern. Kylo Ren gefällt mir in und als Paterson. (Ein Gedicht von einem Film – oder anders herum. Merke gerade, dass ich dazu seit eineinhalb Jahren schon was zu schreiben wollte.)
Mir fiel auf, dass jeder Planet einer eigenständigen Klimazone der Erde gleicht. Genau so in Knights of the Old Republic oder Mass Effect – letzteres ist übrigens im Wesentlichen ein neueres KotOR ohne den Star Wars-Kram. Bei allen findet man klimatisch mehr oder weniger einheitliche Planeten.

Apropos Klima. Das nenn ich mal ne abgespacete Klimakarte: The worlds skyrocketing CO2-levels visualized as skyscrapers.