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A Silent Place

Wenn man an der Kinokasse eine Schülerin trifft und im Saal merkt, dass die Platzreservierung einen nebeneinander sitzend geführt hat, wie verhält man sich da in einem Horrorfilm am besten?

Ich hab mich mit Kommentaren zurückgehalten und saß weitgehend still auf meinem Platz. Weiter hab ich mir dann nichts bei gedacht und den Film geschaut: A Quiet Place. Die Geschichte rund um und mit der Stille zu erzählen fand ich, wie der Deutschlandfunk, zunächst recht originell. Aber nach dem Film kramte meine Erinnerung nun schon länger angestrengt nach weiteren originellen Filmelementen. Stattdessen enttäuschte sie mich sogar, ich erinnerte mich an die Clicker bei The Last of Us und muss sagen, das war doch nicht so originell im Film. Der Schockeffekt war im Spiel vergleichsweise krasser gewesen, weil man selbst die Figur samt Geräuscherzeugung steuert. Bei The Last of Us handelt es sich ja um eine Zombieapokalypse, in A Quiet Place um eine Alieninvasionsapokalypse. Wobei ich mich während des Films gefragt habe, wie diese Aliens, die sich nur mit ihrem extrem feinen Gehör orientieren können, offensichtlich ohne Ultraschall, durch das geräuschlose Weltall navigiert haben.

Derweil hab ich noch das hier gefunden: Minus 9db.

Ich werd sie mal Montag fragen, was sie vom Film hielt. Und ob es ein Horror für sie war, neben mir sitzen zu müssen.

Alexa, lass mich in Ruhe!

War gestern bei nem Freund, der mit Alexa im Wohnzimmer zusammenlebt. Wir hatten jede Menge Spaß zu dritt, Amazons Echo Dot hat uns nur schwerlich verstanden. Das hat mich sehr beruhigt. Ich hab nämlich nach Sascha Lobos Podcast gedacht, dass die Technik schon so gut funktioniere, dass man die technische Ebene nicht mehr wirklich spürt. (Auch deswegen hatte ich mich gestern kritisch zur zukünftigen Vernetzung geäußert.) Mit Alexa zu reden, ist, wie mit einer Maschine zu reden, an die ich mich anpassen muss.

Mein erster Befehl gestern war Alexa, spiel doch mal Oddisee, Built By Pictures. Es wurden dann irgendwelche Oldies abgespielt und mein Freund rief Stopp! Alexa, stopp! Es hat ein wenig gedauert, bis wir gecheckt haben, dass ich den Künstlernamen Deutsch ausgesprochen hab (See), mit englischer Aussprache (see) hats dann funktioniert, wobei das Lied nicht erkannt wurde und dann irgendwas von Oddisee abgespielt wurde.

Haupteinsatzbereich ist vermutlich noch Musikstreamdienststeuerung, auch wenn die Sprachsteuerung im Smarthomebereich nochmal interessanter würde. Es werden aber leider nur wenig Streamingdienste unterstützt. Wer also kein spotify nutzt, für den ist das eher nix.

Es gab bei der Bedienung noch so einige Schwierigkeiten später, habe mich eher wie in der Telekomhotline gefühlt, bevor man einen genervten Menschen am Telefon hat. (Ich habe Sie nicht verstanden.) Alexa hat mir beim Klangschalenskill (App heißt bei Alexa Skill, App mich am Skill!) alle Namen der Klänge vorgelesen, obwohl ich das ausdrücklich nicht gewollt hatte und auch einen Namen zu nennen, während sie auflistet, hat sie nicht unterbrochen. Das kann die Hotline besser.

Jedenfalls bin ich mit einem leicht glücklichen Gefühl wieder gefahren, als ich das von Hand gestartete Eastern Promises von Omar Rodriguez-Lopez im Auto hörte und mit der Technik vorhin unzufrieden gewesen war. In Schwierigkeiten mit der Bedienung offenbart sich die technische Ebene und dies sorgt dafür, dass man die Maschine als einen Fremdkörper erkennen kann.

So betrachtet wird mir die Utopie im Film Her immer unheimlicher. Was, wenn die Maschinen uns nicht verlassen, weil sie unser überdrüssig werden?

Nachtrag (9.4.):
Alexa, what is love?

Just A Feeling Machine?

Ich habe mich über ein DLF-Nova-Gespräch mit Philipp Möller geärgert, der wohl gerade ein Buch vermarktet: Atheist Philipp Möller:
“Gott hatte seine Chance bei mir!” Danach habe ich eine Weile gegrübelt, warum es mich aufgeregt hat.

Eine kurze Zusammenfassung zunächst: Im Grunde redet er gegen Kirche, Religion, Gott und Glauben, gibt vor, vor allem aber gegen die Vormachtsstellung der Institution Kirche in Deutschland zu kämpfen. Argumente sind dazu im Wesentlichen welche, die man von Richard Dawkins kennt, der Evolutionsbiologe ist und eine streng naturwissenschaftliche Sichtweise vertritt, die nur Beweisbares akzeptiert. Diese Argumente wollen sich gegen Religiösität und den Glauben an eine höhere außerweltliche Macht und insofern auch gegen den Gläubigen an sich richten.

Gleichzeitig betont Möller immer wieder die Freiheit, privat an das zu glauben, was man wolle – jedoch mit ständigem Verweis auf fantastische Wesen wie das fliegende Spaghettimonster, den Pumuckel oder den Drachen Aloffi, der bei ihm im Keller lebe und das Taschengeld seiner Schüler verlange. Von dieser Behauptung ausgehend fordert er, dass man – im konkreten Fall seine Schüler – ihm erst einmal beweisen möge, dass der Drache nicht existiere. Damit spielt er mit einem wesentlichen Argument des strengen Atheismus, das besagt, dass die Beweislast auf der Seite desjenigen liegt, der die Behauptung aufstellt.

An der Stelle habe ich mich am meisten aufgeregt, glaube ich. In der Folge habe ich jedenfalls ein paar Gedanken zum Interview notiert:

  • Das ist, denke ich, ein epistemischer Fehlschluss. (Kann man das so bezeichnen?) Schließlich hängt die Schlussfolgerung von der Perspektive ab: Die Behauptung Es gibt einen Gott mag in Anbetracht meiner eigenen, bewussten Existenz in dieser Welt naheliegender sein – da eine grundlose Existenz gleichbedeutend einer Nicht-Existenz wäre, bzw. die Frage nach dem Sinn meiner Existenz auch immer eine Frage nach Gott sein kann – als die Behauptung Es gibt keinen Gott, welche dann die zu beweisende wäre. Kurz gesagt: Wer die Frage nach dem Sinn seiner Existenz stellt, rechtfertigt die mögliche Behauptung, dass es Gott gibt. Der Drache beißt sich in den Schwanz.
  • Letztlich muss man auch Beweise glauben, um sie zu akzeptieren: “Zumindest an den Grenzen des Wissens ist der Mensch zum Glauben an die Richtigkeit und Brauchbarkeit seines Wissens genötigt.” (Volker Gerhardt, Philosoph in der DLF-Nova-Sendung Glauben und Wissen)
  • Liebe sei Ergebnis neurochemischer Prozesse, sagt Möller und betont dabei, dass er sie trotzdem genieße. Ich denke: Zu erkennen, dass der Mensch letztlich eine Maschine sei, die Teil einer großen Maschine Welt ist, ohne einen Schöpfer zu denken, klingt widersprüchlich. (Um diesen Widerspruch aufzulösen, hat Daniel Dennett interessante Ansätze. Ob Möller die strange inversion of reasoning evolutionstheoretisch teilt, weiß ich natürlich nicht. Er würde Dennett aber vermutlich widersprechen, der für Gelassenheit im Umgang mit Religion plädiert. Ob ich Dennetts Ansicht teile, weiß ich übrigens auch nicht. Ich habe so meine Probleme mit der Vorstellung von Memes als Entitäten.)
  • Der Wunsch nach einer ideologiefreien Erziehung ist ideologisch geprägt. Man kann nicht keine Weltanschauung haben. Neutralität ist ein Statement. Besser würde mir gefallen, wenn er von einer skeptisch-offenen Erziehung zur Mündigkeit spräche.
  • Im Interview redet Möller viel vom Inneren eines Menschen (Glaube), womit er sich jedoch mit Perspektiven von außen auseinandersetzt (Kirche). Aus Kritik am Katholizismus und an verschiedenen Ausprägungen von Kirche eine Kritik an Glauben generell zu machen, kann ich nicht nachvollziehen. Ein historischer Abriss von christlicher Kirche ist wohl kaum der Hauptbezug eines Menschen in seinem christlichen Glauben. (Vielleicht sollte das vielmehr die Kritik am Christsein sein: Dass der Einzelne es so manches Mal nur schafft, seinen christlichen Glauben zu erhalten, indem er sich in weiten Teilen von der Institution Kirche innerlich zu distanzieren weiß. Das wiederum zeigt den befreienden Geist der Worte von Jesus.)
  • Nächstenliebe habe früher nur unter Glaubensbrüdern gegolten? Das ist wieder eine Kritik an dem, was Menschen nach der Zeit von Jesus aus seinen Worten gemacht haben. Denn die Gleichnisse und sein Wirken galten über ethnische und religiöse Grenzen hinweg. (Ich beziehe mich auf Bibeltexte wie Der barmherzige Samariter und Der Hauptmann von Kapernaum)
  • Ein Glaubender, der ehrlich zu sich und den anderen ist, kann sich vermutlich leichter von Kirche lösen, als jemand, dessen Lebensinhalt die Kritik an kirchlichen Institutionen ist. Wenn Möller aufklären sagt, höre ich eine dogmatisch-atheistische Mission.
  • Interessant sind auch die Kommentare, die auf einer seiner Seiten zu lesen sind. Seine Inhalte scheinen noch mehr Menschen als mich zu emotionalisieren, auf vielfältige Weise. Die Kommentare sind schon ein paar Jahre her. In den Kommentaren und seinen gelegentlichen Antworten kann man erahnen, dass sich Möller nicht gern mit Kritik an seiner Kritik inhaltlich auseinandersetzt. Kann man machen, wirkt aber dogmatisch. (Sein Auftreten erinnert mich ein wenig an Attila Hiltmann.)

Ich überlege noch immer, warum mich das Hören des Beitrags mittelschwer hat aufregen lassen. Vielleicht, weil dort viele undifferenzierte Sichtweisen sehr dogmatisch und nicht befreiend aufklärerisch daherkamen, leider unwidersprochen vom Interviewer. Zum Glück hab ich noch ein bisschen den Neurowissenschaftler Antonio Damasio in meinem Kopf nachklingen hören. Der glaubt, dass Emotionen eine sehr wichtige Rolle in der Entwicklung der Menschheit spielen, da sie den Menschen erst zum Handeln befähigen. Oder anders gesagt: Hätte der Beitrag keine emotionale Reaktion ausgelöst, hätte ich nicht darüber gegrübelt, was mich denn nun so aufregen lässt. Dass ich das dann auch noch in Worte gefasst habe (=Tat), deutet auf eine länger anhaltende emotionale Reaktion. We are not thinking machines that feel. We are feeling machines that think. (Ob ich dem zustimme? Keine Ahnung.)

Hier noch zwei Links, die ich interessant fand, aber nicht wirklich geleesen habe und einfach so stehen lasse, widersprechen kann ja jeder für sich selbst: Intelligent Design 2.0: Das Hintertürchen und Infographic of the Day: What the Bible Got Wrong.

Ich schließe mit einem Gedanken zum Film Alien: Covenant, in dem es einen interessanten Dialog gibt zwischen den beiden Androiden David (1. Modell, macht Fehler) und Walter (2. Modell, perfektioniert):

Walter: What do you believe in, David?
David: Creation.

Ist Unvollkommenheit der Antrieb der Schöpfung?

Minimalist

Habe auf Netflix den Film Minimalism – A Documentary About The Important Things gesehen und denke: Es gibt kein richtiges Leben im falschen.

Nachtrag:
Ich vermute, dass der minimalistische Kindle- und Laptopbesitzer – Ist es ein echter Unterschied, statt vieler Bücher ein Kindle zu besitzen? – die Gier um und in sich beobachtet und gefragt hat: Wozu das zwanghafte Konsumverhalten? Ich glaube aber, dass bei manchen Menschen die materiellen Bedürfnisse (nicht Grundbedürfnisse) ins Virtuelle sich verschieben.

Denn Style scheint den meisten dabei schon wichtig zu sein. (Genauso wie diesen einen Film, den ich vor einigen Monaten mal gesehen habe, von dem ich nicht mehr weiß, wie er heißt, den ich aber danach Into the Style genannt habe, weil dort die beiden mit ihrem Hund auf der Suche nach Glückseeligkeit stylish mit Selfmade-Schoolbus in Nordamerika rumgereist sind.) Style ist aber doch in seinem Wesen materialistisch.

Vielleicht bin ich aber auch einfach sehr missgünstig und daher kommen die vielen negativen Gedanken.

Han Solo ist tot

Hab mir jetzt Star Wars – Das Erwachen der Macht nochmal richtig angesehen. Ein echtes Disney-Märchen: Für Kinder von Kindern. Kylo Ren gefällt mir in und als Paterson. (Ein Gedicht von einem Film – oder anders herum. Merke gerade, dass ich dazu seit eineinhalb Jahren schon was zu schreiben wollte.)
Mir fiel auf, dass jeder Planet einer eigenständigen Klimazone der Erde gleicht. Genau so in Knights of the Old Republic oder Mass Effect – letzteres ist übrigens im Wesentlichen ein neueres KotOR ohne den Star Wars-Kram. Bei allen findet man klimatisch mehr oder weniger einheitliche Planeten.

Apropos Klima. Das nenn ich mal ne abgespacete Klimakarte: The worlds skyrocketing CO2-levels visualized as skyscrapers.

Albinoklingone

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass in den Star Trek-Serien und -Filmen die Klingonen im Laufe der Zeit immer unterschiedliche Feindbilder haben darstellen müssen? Zu Kirk-Zeiten waren sie überwiegend die böse, gewalttätige Weltraumrasse. Unter Picard gab es dann eine Annäherung zwischen den Völkern, Frieden herrschte. Jetzt ist mit der neuen Serie Discovery, die zeitlich wohl vor Kirk spielt, ein neuer Aspekt hinzugekommen: Die Klingonen haben einen deutlichen religiös-fanatischen Anstrich bekommen. Komplett neu ist das zwar nicht, aber so stark betont wurde der religiöse Aspekt in den alten Serien und Filmen nicht. Da ging es eher in Richtung nordischen Mythos mit Ehre und so nen Kram (s. Valhalla im Vergleich zu Stovokor). In der neuen Serie werden gleich in den ersten Folgen Märtyrer geschaffen und ein Albinoklingone scheint vom Ausgestoßenen zum Anführer zu werden. Gewalt ist natürlich die einzige Sprache, die die Klingonen verstehen. Die arme Föderation will aber nur forschen und nicht kämpfen, kämpft dann aber tapfer und ehrenhaft.

Eignet sich der gesamte Star Trek-Plot als Bild dafür, wie die US-Gesellschaft sich in der Welt sieht? Kalter Krieg=Kirk, Perestroika und Glasnost unter Picard und um jetzt geopolitisches Chaos und religiösen Fanatismus abbilden zu können, reist man in der Star Trek-Geschichte zurück, um eine unklare Galaxis mit einer zarten Föderation abbilden zu können? Mer waases net, mer forscht noch.

Cave KI-nem

Ich gebe zu, der Titel ist ein wenig bemüht. Aber seht selbst: “Das größte Risiko für unsere Zivilisation”: Elon Musk warnt erneut vor KI. Ich empfehle, es sich vom Computer vorlesen zu lassen. Unterstreicht das ganze Szenario.

Das erinnert mich daran, dass man der Sprachausgabe von Windows 98 Wissenbacher Platt beibringen konnte. Die amerikanische Computerstimme hat nämlich das R gerollt wie in Barnarne. Man musste sich halt an der englischen Aussprache orientieren: Deetr, wool dou a brutwoasht or a currywoasht ho? Aich danga, aich nam a brutwoasht mit currysoase.

So ungefähr jedenfalls, hab die Originaldatei mal unter erhaltenswertem Unfug gespeichert und verloren. Ein intelligentes OS, das mich kennt, hätte sie aufgehoben und sofort parat. Und den Blogeintrag für mich geschrieben. Ohne dass ich überhaupt auf die Idee gekommen wäre.

Sowieso glaube ich, dass das eigentliche Problem ist, dass wir gar keine klar umrissene Vorstellung von Künstlicher Intelligenz haben. Für die einen ist das eine einfache Weiterentwicklung im Rahmen technologischer Möglichkeiten, die dem Menschen zunehmend (lästige) Denkprozesse abnimmt, für die anderen ist es die Erschaffung eines eigenständigen Bewusstseins auf technologischer Basis. Also so von wegen “Hey, ich bin anders als du, Mensch, deshalb erkenne ich mein eigene Identität in Abgrenzung zu dir.” Zauberwort bei jedem Gespräch darüber, egal welche Vorstellung nun zu Grunde liegt, ist: Algorithmen. Vorsicht, wenn das jemand benutzt, inklusive mir, denn meistens sind mit diesem Wort ominös irgendwelche Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten und damit einhergehende Gefahren technologischer Entwicklung gemeint. Also eigentlich ein Eingeständnis, dass ich das, was geschieht, vom Menschen geschaffen, nicht mehr wirklich verstehe.

Leider gibt der heise-Artikel nicht her, wovor nun genau Elon Musk warnt. Vielleicht sieht er auch nur seine Felle davon schwimmen und will durch strengere Regelungen bei der Erforschung von KI Boden wiedergutmachen. Oder er hat die Zukunft gesichtet und warnt wie Cassandra vor dem Unaufhaltsamen. Vielleicht hat er aber auch gemerkt, dass es die Menschen in ihrem Wesen verändert, je mehr ihnen von Maschinen abgenommen wird.

Mir kam neulich auf einem Tex-Konzert in Bad Nauheim der Gedanke, als einige Menschen mit ihren Telefonen Fotos machten, dass man sich ja selbst gar nicht mehr an den Moment erinnern muss, wenn die Maschine beim Speichern hilft.

Im Film Her schreibt der Protagonist beruflich sehr persönliche, einfühlsame Briefe für seine Auftraggeber. Die unausgesprochene These scheint zu sein: Die Menschen verlernen den emotionalen Umgang miteinander durch die Art, wie Technologie unser Kommunikation verändert. (In Her verliebt sich der Protagonist in sein neues OS. Das Thema des Films ist in meinen Augen, wie man sich selbst findet und dass man dafür ein Gegenüber zur Auseinandersetzung braucht.)

Jedenfalls finde ich, dass die entscheidenden Fragen sind, wenn man sich mit dem Thema KI auseinandersetzt: Was macht uns Menschen aus? Was unterscheidet uns im Wesen von Maschinen? Sind Emotionen Folgen von komplexen Algorithmen? (Obacht!) Träumen Androiden von elektrischen Schafen? Wer sind wir?

Ich empfehle, Ridley Scotts Filme mit diesen Fragestellungen anzusehen. Ich denke dabei gerade an Alien, Blade Runner, Prometheus, Alien: Covenant.

Naja, vielleicht ist das ja alles Panikmache oder Hysterie. Ich empfinde es jedenfalls derzeit so, dass die Menschheit sich von ihrer Natur entfremdet anstatt sich ihr zuzuwenden. Vielleicht ist das aber gar nicht so sondern eher ein Wahrnehmungstrick, weil ich mich vermehrt mittels Maschinen informiere und damit ein verfälschtes Bild von öffentlicher Meinung entsteht. Krass, was Maschinen/Algorithmen schon so können:

Es ist vielleicht so, dass wir mit Google oder Alexa oder Siri oder Cortana schon sowas wie eine Künstliche Intelligenz am Erschaffen sind. Stichwort: Netzwerke&Co. Keine Ahnung. Skepsis hilft etwas, hab ich geleesen.

Nur der Skeptiker ist wirklich offen für Neues.

Nachtrag am 21.7.:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Kuenstliche-Intelligenz-Was-denkt-sich-eine-KI-3778547.html

Nachtrag am 24.7.:
Mir ist noch Olimpia aus “Der Sandmann” eingefallen, der von den Göttern geschickte Nathanaels Professor konstruierte Automatenmensch:
Automatenmenschen, Monster, Puppen: Streifzug durch die Literatur
Olimpia ist von einem Menschen nicht zu unterscheiden. Einzig ihre Augen zeigen, dass sie kein Mensch ist, ihr die Seele fehlt. Sie ist ähnlich der schönen Pandora, die laut der Überlieferung der Prometheussage von den Göttern konstruiert wurde, um Epimetheus zu täuschen und Übel über die Menschheit zu bringen.

Ähnlich wie David, der Android in Prometheus: Dunkle Zeichen und Alien: Covenant:

Er scheint auch eine Pandora zu sein, auf die zwar nicht Epimetheus aber die Menschen reinfallen. Und gleichzeitig ist er auch die Büchse der Pandora selbst, die die Menschheit konstruiert hat, da er selbst alles mögliche Übel ‘erschafft’, nachdem er von seinem Schöpfer den Auftrag erhält: “Steigere dich.” Vielleicht ist diese Gier aber auch die eigentliche Büchse der Pandora. Kann ein Android gierig sein? Hat das eigentlich noch mit dem Thema zu tun? #wirr

Kann man ‘trotzdem’ hassen?

Die Überschrift sagt eigentlich schon alles. Ausgangspunkt war ein Gespräch mit Alexander und Claudia, bei dem es gefühlt um alles ging. Ich habe dann irgendwann eingeworfen, dass das Wesen von Liebe ist, dass sie überwindet und deswegen stärker ist als Hass. Man kann (oder besser tut es einfach) lieben, auch wenn einem Unrecht angetan wurde. Gerade dann, wenn man im Recht ist, zeigt sich die Liebe: Man liebt trotzdem. (Hiob 13,15)

Magst Du mich auch beleidigen, magst Du mich auch schlagen, magst Du mir auch wegnehmen das Teuerste und Beste, das ich hab’ auf der Welt, magst Du mich zu Tode peinigen – ich werde immer an Dich glauben. Ich werde Dich immer liebhaben, immer Dich, Dich allein, Dir zum Trotz!
(Aus Jossel Rakovers Wendung zu Gott, gefunden in Der Schrecken Gottes.)

Das Gespräch fand übrigens nach dem Besuch von Despicable Me 3 statt, welchen ich ganz witzig fand. Wir saßen danach noch in Pits Pinte, wo ich ewig nicht mehr war. Wir kamen dann bei alkoholfreiem Bier ins Plaudern. Zunächst erzählte Alexander von einem Buch, dessen Titel ich vergessen habe, obwohl ich fünfmal nachgefragt habe. Er erhoffte sich vom Buch Antworten auf das Erstarken der Rechten in Europa. Es gehe darin halbautobiographisch allerdings eher um entlarvend arrogante Intellektuelle und ihr Verhältnis zur französischen Gesellschaft. Schließlich sprachen wir über Identität. Ich finde ja, da sollte Alexander erst einmal Stiller lesen, bevor er was anderes liest. Aber ist ja nicht meine Sache.

Gegen Ende des Gesprächs – man darf in Pits Pinte peinlich genau nicht länger als 0.00h draußen sitzen, das machte die Bedienung uns sehr deutlich – stellte Alexander dann jene Frage:

Kann man trotzdem hassen?

Ich glaube nicht. Ich denke, man hasst, weil

Das bedeutet übrigens nicht, dass es nichts Böses auf der Welt gäbe. Der Gedanke, nicht trotzdem zu hassen, gibt vielmehr entspannte Zuversicht:

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten! (Römer 12,21)