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druckschrift.net Beiträge

Deutschland, in fact

Durch einen Infekt, der passend zum Ferienbeginn startete, bin ich in die glückliche Lage versetzt worden, einige Tage auf der Couch zugebracht zu haben. Zwei Videospiele habe ich ausprobiert: Trüberbrook und Die Säulen der Erde. Während mich Trüberbrook, welches ich gleich zu Beginn der Crowdfunding-Kampagne unterstützte, maßlos enttäuscht hat und ich es ziemlich bald nicht mehr weiterspielen wollte (ich bin da wohl nicht der einzige), hat mich Die Säulen der Erde schwer begeistert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich schon als Kind aufwendig gezeichnete Hintergründe in Zeichentrickfilmen gemocht habe. Man muss da allerdings zu sagen, dass hier mehr oder weniger interaktiv eine Geschichte erzählt wird, es handelt sich weniger um ein ‘Spielen’. Besonders gelungen finde ich, dass ich immer den Eindruck hatte, dass kleine Entscheidungen großen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte hatten. Dieses Erzählen gefiel mir besser als das meiste, was ich vorher an interaktivem Erzählen gesehen habe.

An Trüberbrook störte mich am meisten, dass es hölzern wirkte, ich nicht das machen konnte, was ich wollte (noch häufiger als bei Die Säulen der Erde) und ich immer den Eindruck hatte, ein Fanprojekt zu spielen. Die grafische Kulisse muss sehr aufwendig gewesen sein, hat mich aber optisch nicht überzeugt. Warum Spielezeitschriften wie die Gamestar das Spiel recht hoch bewerteten (deutlich höher als Die Säulen der Erde), kann ich mir nur mit einer gewissen Deutschtümelei erklären, schließlich kommt das irgendwie aus der Böhmermann-Ecke, was man auch an den Synchronsprechern erkennt. Ohnehin frage ich mich, warum so häufig Sachen aus Deutschland so mit Minderwertigkeitskomplexen behaftet sind, dass es peinlich wird. Jedenfalls trifft dieses Review meiner Ansicht nach zu:

The puzzles are illogical and unsatisfying. The tonally inconsistent plot never really works and the dialogue and voice-acting is highly variable. Boring protagonist. Too short and too expensive.

Die Bewertung beider Spiele kann man auch nochmal bei Metacritic vergleichen, etwas realistischer als sämtliche Reviews deutscher Zeitschriften: Trüberbrook und Die Säulen der Erde.

Mozambique

Während nach der Flutkatastrophe in Mosambik, ausgelöst durch einen Zyklon, etliche Spendenaufrufe erfolgten und Deutschland schließlich 50 Millionen € für den Wiederaufbau spendete, brennt in Frankreich ein Haus halb ab, Ave Maria wird voller Bestürzung gesungen und in kürzester Zeit kommen an die 1 Milliarden € Spenden für den Wiederaufbau zusammen.

Wer mich jetzt zynisch findet, denkt bitte nochmal nach, was an der Sache selbst zynisch sein mag.

PS: Vielleicht wird der Kaffee an der Notre Dame ja jetzt billiger.

Der gute, alte Bleistift

Während ich mit Alexander kürzlich über die Jugend – also die, die nach uns Uropas kommen – schimpfte, weil die jungen Leute nur noch vorm Handy hingen, lief wohl diese Meldung über den Ticker: Demenz durch zu viel Fernsehen. Das finde ich etwas witzig, nicht nur, weil wir uns vorher und nachher viel über Filmempfehlungen unterhielten. Auch kann ich mich nicht mehr ganz genau erinnern, ob Alexander tatsächlich Antonio Banderas als Hauptdarsteller in ‘Mother!’ benannt hat. Ich würde sagen, das war: Spitzer!

Siehe auch:

Disclaimer: Verfasst wurde dieser Beitrag an einem Smartphone, frühstückend, nachdem ich gestern einen halben Tag mit anderen nostalgischen Uropas eine LAN-Party gemacht habe.

Wiener

Gestern schrieb ich ja über Star Trek Discovery. Da ist mir in der letzten Folge tatsächlich in der Szene, als Käpt’n Pike ein entlegenes Klingonenkloster aufsucht die Assoziation zu Game of Thrones gekommen (ohne dass ich davon je eine Folge gesehen hätte – außer die passende Southpark-Folge natürlich). Einen kurzen Moment später fiel mir auf, dass die Hintergrundmusik mit Geigen/Synthesizern unterlegt die Game of Thrones-Titelmelodie andeuteten. Vermutlich haben mir meine Lhren einen Streich gespielt. Eine winzige Restmöglichkeit bleibt, dass die Melodie so subtil unterlegt wurde, dass erst dadurch die Assoziation überhaupt hervorgerufen wurde. Dann wäre ich wieder fein raus.

Trekflix

Ich treffe mich seit einer Weile regelmäßig mit einem Freund, um die wöchentlich neu erscheinenden Discovery-Folgen der zweiten Staffel anzusehen. Die erste Staffel war ganz unterhaltsam, wobei ich mich an Kritiken erinnerte, das habe nichts mit Star Trek zu tun, wie man es kannte. Dem Stimme ich zu, allerdings ohne negativen Unterton. In der zweiten Staffel nun wird ganz schön viel geredet. Und geweint. Problem: Ich finde die Schauspieler für sowas nicht überzeugend genug. Was für prügelnde Albinoklingonen noch reichte, langt nicht wirklich für den Netflix-Effekt. Wenn die Story gedehnt wird, müssen die Schauspieler kompensieren. Man nennt das dann vielleicht “Hier habt mehr Freiheiten, die Rolle zu entwickeln” oder so. Jedenfalls mochte ich früher schon die Star Trek-Folgen mehr, wo etwas kaputt ging, ein Raumschiff oder so.

Morbiditätsradeln

Gestern bin ich mit dem Fahrrad nach Marburg, um Kaffee zu kaufen. Es handelt sich dabei um einen Contigo-Laden mit eigener Rösterei. Bislang habe ich nur dort reinen Robusta-Espresso gefunden. Auf dem Rückweg hielt ich an, als ich einen halb überfahrenen Käfer sah:

Als ich für das Foto auf der kaum befahrenen (und für den Autoverkehr eigentlich gesperrten) Straße lag, unweit von mir das Fahrrad, kam auf einmal ein Auto. Es hielt an. Der Fahrer reckte sich nach oben und fragte bestürzt durch das Beifahrerfenster, ob alles in Ordnung sei. Ich hab das erst nicht gerafft und sagte, dass alles OK sei und ich nur ein Foto mache. Als er weiter fuhr, kam mir in den Sinn, dass der neben mir liegende Helm und das Fahrrad etwas weiter nach einem Unfall aussehen müsse. Währenddessen erreichte mich ein Radfahrer, der besorgt fragte, ob alles in Ordnung sei. Mir wurde das dann unangenehm und ich brach das Fotografieren ab. Schön, dass sich alle Vorbeifahrenden Sorgen machten und nachfragten. Ob auf einer viel befahrenen Straße auch 100% angehalten hätten?

Gotcha

Gelegentlich muss man ja mittels Captchas beweisen, dass man ein Mensch ist. Ich bin dafür häufig zu blöd. Gerade wenn man auf solch gekachelten Bildern jene auswählen muss, die einem bestimmten Kriterium entsprechen – z.B. mit Verkehrsschildern -, scheitere ich regelmäßig, bis ich aufgebe.

Dabei stellt sich mir ein logisches Problem: Eine Maschine überprüft, ob es ein Mensch oder ein Automat ist, der die Eingaben tätigt. Das ist ein bisschen wie der Turing-Test. Nur eventuell komplett ohne Mensch. Also eher wie der Voight-Kampff-Test. Kann dann das Ergebnis überhaupt verlässlich verifiziert werden? Und lassen sich Menschen leichter hereinlegen als Maschinen?

Auf das Thema bin ich übrigens durch diesen Kommentar gekommen: Seehofer zum Captcha-Test bitte.

Uropareform

Warum muss ich bei dem Wort “Urheber” an “Uropas” denken?

Ist euch schonmal aufgefallen, dass in ‘Europaparlament’ der ‘Uropa’ steckt?

Und: Zur Urheberrechtsreform und den Fridays for Future-Demos ist mir aufgefallen, dass es vor allem ein beschleunigter Generationenkonflikt oder sowas in der Art ist, der da gerade stattfindet. Die ‘Alten’ tätscheln den ‘Jungen’ auf den Kopf nach dem Motto: Hauptsache, ihr engagiert euch mal – jetzt ist aber auch wieder gut.

Außerdem: Vielleicht helfen ja auch Nelsons Vorstellungen von einem Internet.

Siehe auch: Ecce! Lo And Behold!