Alexa, lass mich in Ruhe!

War gestern bei nem Freund, der mit Alexa im Wohnzimmer zusammenlebt. Wir hatten jede Menge Spaß zu dritt, Amazons Echo Dot hat uns nur schwerlich verstanden. Das hat mich sehr beruhigt. Ich hab nämlich nach Sascha Lobos Podcast gedacht, dass die Technik schon so gut funktioniere, dass man die technische Ebene nicht mehr wirklich spürt. (Auch deswegen hatte ich mich gestern kritisch zur zukünftigen Vernetzung geäußert.) Mit Alexa zu reden, ist, wie mit einer Maschine zu reden, an die ich mich anpassen muss.

Mein erster Befehl gestern war Alexa, spiel doch mal Oddisee, Built By Pictures. Es wurden dann irgendwelche Oldies abgespielt und mein Freund rief Stopp! Alexa, stopp! Es hat ein wenig gedauert, bis wir gecheckt haben, dass ich den Künstlernamen Deutsch ausgesprochen hab (See), mit englischer Aussprache (see) hats dann funktioniert, wobei das Lied nicht erkannt wurde und dann irgendwas von Oddisee abgespielt wurde.

Haupteinsatzbereich ist vermutlich noch Musikstreamdienststeuerung, auch wenn die Sprachsteuerung im Smarthomebereich nochmal interessanter würde. Es werden aber leider nur wenig Streamingdienste unterstützt. Wer also kein spotify nutzt, für den ist das eher nix.

Es gab bei der Bedienung noch so einige Schwierigkeiten später, habe mich eher wie in der Telekomhotline gefühlt, bevor man einen genervten Menschen am Telefon hat. (Ich habe Sie nicht verstanden.) Alexa hat mir beim Klangschalenskill (App heißt bei Alexa Skill, App mich am Skill!) alle Namen der Klänge vorgelesen, obwohl ich das ausdrücklich nicht gewollt hatte und auch einen Namen zu nennen, während sie auflistet, hat sie nicht unterbrochen. Das kann die Hotline besser.

Jedenfalls bin ich mit einem leicht glücklichen Gefühl wieder gefahren, als ich das von Hand gestartete Eastern Promises von Omar Rodriguez-Lopez im Auto hörte und mit der Technik vorhin unzufrieden gewesen war. In Schwierigkeiten mit der Bedienung offenbart sich die technische Ebene und dies sorgt dafür, dass man die Maschine als einen Fremdkörper erkennen kann.

So betrachtet wird mir die Utopie im Film Her immer unheimlicher. Was, wenn die Maschinen uns nicht verlassen, weil sie unser überdrüssig werden?

Nachtrag (9.4.):
Alexa, what is love?

2 Gedanken zu „Alexa, lass mich in Ruhe!“

  1. So ein’ Scheiß braucht doch kein Mensch. Ich, ja ICH, kann noch der analoge Zeiten gedenken, da haben wir, um Musik zu machen, noch im Drecke Steine gegen Blumentöpfe geschlagen. Es heißt ja nicht ohne Grund TONSCHERBEN.

    Mfg
    Klaus

  2. Ich meinte natürlich “der analogeN Zeiten”. Auf diesen vermaledeiten Tatschscreens kommt doch heutzutage keiner richtig zurehct.

    Mfg
    Klaus

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