{"id":126,"date":"2009-02-23T20:21:06","date_gmt":"2009-02-23T19:21:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.druckschrift.net\/?p=126"},"modified":"2010-04-17T12:16:03","modified_gmt":"2010-04-17T11:16:03","slug":"examensarbeit-zu-bangladesch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.druckschrift.net\/?p=126","title":{"rendered":"Zyklonfluten in Bangladesch"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.druckschrift.net\/\/wordpress1\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/bangladesch.pdf\">bangladesch.pdf<\/a><\/p>\n<h1>Zyklonfluten in Bangladesch &#8211; Leben in der <em>hazard area<\/em><\/h1>\n<h2>1 Einleitung<\/h2>\n<blockquote><p>Water is a source of life and a natural resource that sustains our environments and supports livelihoods \u2013 but it is also a source of risk and vulnerability. (UNDP.ORG3)<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Beschreibung eines sich ver\u00e4ndernden globalen Zustandes trifft der Human Development Report 2006 der Vereinten Nationen genau die Situation, die das bev\u00f6l-kerungsreiche Bangladesch dominiert. Seien es die im Sommer auftretenden \u00dcber-schwemmungen oder der im Winter ausbleibende Regen \u2013 Wasser bestimmt das Land wie kein anderes Element. Dabei sind die Bangladeschis auf j\u00e4hrlich wiederkeh-rende, ma\u00dfvolle \u00dcberflutungen angewiesen, um ertragreiche Landwirtschaft zu betreiben. Allerdings k\u00f6nnen die Fluten zerst\u00f6rerische Dimensionen annehmen, die nicht nur genau dem entgegenwirken sondern auch unmittelbar das Leben der Men-schen bedrohen. Das ist besonders der Fall, wenn das am n\u00f6rdlichen Golf von Benga-len gelegene Bangladesch von einem Zyklon getroffen wird. Dann sind vor allem die k\u00fcstennahen Regionen des reliefarmen Landes von einer Flutwelle betroffen, die in ihrem Ausma\u00df vielen Menschen den Tod zu bringen vermag. Dabei treffen Zyklone immer wieder auf das Land und stellten es in der Vergangenheit vor wiederkehrende Probleme, so insbesondere 1970 und 1991. Die Zerst\u00f6rung ganzer Landstriche be-deutet den Entzug der Lebensgrundlage der betroffenen Bev\u00f6lkerung. Diese Arbeit verfolgt deshalb das Ziel, einen Blick zu werfen auf die Situation der Betroffenen, den Umgang mit Zyklonfluten sowie die Perspektiven f\u00fcr das Land. Dazu soll schrittweise vorgegangen werden. Um das Bedrohungspotential eines Zyklons zu verstehen, ist es zun\u00e4chst notwendig, sich mit dem nat\u00fcrlichen Ph\u00e4nomen zu be-sch\u00e4ftigen. Dies soll in Kapitel 2 Tropische Wirbelst\u00fcrme geschehen. Im darauffolgen-den Schritt ist der Raum Bangladesch der Betrachtungsgegenstand. Die Bedeutung von allgemeinen \u00dcberschwemmungen f\u00fcr das Land soll hierbei genauer untersucht werden, um Zyklonfluten in eine konkrete Relation setzen zu k\u00f6nnen. Deswegen er-folgt nach Kapitel 3 Extremraum Bangladesch die Untersuchung zweier Zyklonereig-nisse. In diesem Schritt \u2013 Kapitel 4 Zyklone in Bangladesch: 1970 und 1991 \u2013 sollen sowohl nat\u00fcrliche Aspekte vor allem aber der Umgang mit den beiden Katastrophen verglichen werden. In Kapitel 5 Perspektiven f\u00fcr Bangladesch sind zwei unterschiedli-che Betrachtungsgegenst\u00e4nde die Grundlage f\u00fcr weiterf\u00fchrende  \u00dcberlegungen: Zu-n\u00e4chst soll die Nachhaltigkeit im Umgang mit Zyklonfluten untersucht werden, danach stehen die Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch im Blickpunkt. Beides ist Ausgangspunkt f\u00fcr ein Fazit, das in Kapitel 6 Zusammenfassung und Ausblick ge-zogen werden soll. Diesen Ausf\u00fchrungen liegen Hypothesen zu Grunde, die als Leitfaden durch die Ar-beit f\u00fchren sollen. Eine grunds\u00e4tzliche Annahme ist, dass Zyklonfluten bedrohliche Ausma\u00dfe annehmen und deren Folgen in Bangladesch besonders verheerend sein k\u00f6nnen. Eine weitere These ist, dass das wirtschaftlich arme Land bei Zyklonkatastro-phen auf fremde Hilfe angewiesen ist. Die Annahme, dass sich der Umgang mit Ka-tastrophen von 1970 bis 1991 deutlich verbessert hat, liegt insbesondere Kapitel 4 zu Grunde. Der darauffolgende Schritt, Kapitel 5.1, basiert auf der Hypothese, dass nach 1991 vermehrt nachhaltige Hilfskonzeptionen vorzufinden sind. Die Untersuchung zu den prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels auf Bangladesch soll die Ver-mutung, dass das Land aller Voraussicht nach unter den Folgen der globalen Erw\u00e4r-mung besonders zu leiden hat, belegen oder widerlegen. Inwieweit die hier aufgestell-ten Hypothesen zutreffen, soll in Kapitel 6 reflektiert werden. Dies wird notwendig sein, um den Blick zu einer langfristigen Perspektive zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<h2>6 Zusammenfassung und Ausblick<\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eingangs formulierten Hypothesen lassen bei abschlie\u00dfender Betrachtung  nur eine differenzierte Bewertung zu. So wurde sowohl in Kapitel 2 als auch in Kapitel 4 dargelegt, dass tropische Wirbelst\u00fcrme ein gro\u00dfes Gefahrenpotential besitzen, das gerade in Bangladesch verheerende Ausma\u00dfe entfalten kann. Allein durch zwei Zyk-lonkatastrophen wurden 1970 und 1991 mehr als 440.000 Menschen get\u00f6tet. Zwar haben tats\u00e4chlich innerhalb der 21 Jahre Verbesserungen im so genannten Katastro-phenmanagement stattgefunden. Dies hing im Wesentlichen mit einer verbesserten Koordinierungs- un Kommunikationsf\u00e4higkeit der Hilfsma\u00dfnahmen zusammen. Ande-re Mechanismen wie das Vorhersage- und Warnsystem wurden allerdings an den entscheidenden Punkten nicht verbessert. Doch gerade hier zeigen verbesserte Vor-hersagemodelle sowie lokale und nachhaltige Vorsorgema\u00dfnahmen M\u00f6glichkeiten auf, wie eine Verbesserung der Warnstruktur stattfinden kann, welche die Perspektive der betroffenen, \u00fcberwiegend l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung der K\u00fcstenregionen Bangla-deschs in den Fokus r\u00fcckt. Ein pauschales Urteil ist dabei aber nicht m\u00f6glich. In ver-schiedenen Ma\u00dfnahmen nach dem Zyklon 1991 verfolgte die Regierung Bangla-deschs \u00fcberwiegend einen Top-Down-Ansatz \u2013 mit Unterst\u00fctzung der UN. Andere, langfristig wirksamere Wege als die alleinige Fokussierung bspw. auf den Ausbau der Cyclone Shelters wurden u.a. mit dem CBDPP aufgezeigt. Nachhaltige Katastrophen-hilfe kann nur funktionieren, wenn die Perspektive der betroffenen Menschen einge-nommen und ber\u00fccksichtigt wird. Das bedeutet, dass sich Katastrophenhilfe, will sie langfristig wirksame Konzeptionen verfolgen, auch gleichzeitig als Entwicklungshilfe begreifen muss. So muss gerade im Angesicht einer sich in Zukunft zuspitzenden Bev\u00f6lkerungs- und damit auch Ern\u00e4hrungsproblematik R\u00fccksicht auf die elementaren Bed\u00fcrfnisse der Bev\u00f6lkerung Bangladeschs genommen werden. So w\u00e4re die Wieder-aufforstung der Mangrovenbest\u00e4nde als nat\u00fcrliche Schutzfunktion vor Zyklonfluten zwar w\u00fcnschenswert. Passieren darf dies aber nur, wenn daf\u00fcr bspw. kein Reisfeld ersatzlos aufgegeben werden muss. Besonders in Anbetracht der unter dem Stichwort Klimawandel diskutierten, prognostizierten Ver\u00e4nderungen f\u00fcr das Land ist dies ein heikles Thema. Ein steigendes Bev\u00f6lkerungswachstum in Bangladesch bei gleichzei-tig geringer werdender Nutzfl\u00e4che birgt l\u00e4ngerfristig vor allem eine sozio\u00f6konomische Brisanz in sich. Deswegen muss nachhaltig angelegte Entwicklungs- und Katastro-phenhilfe besonders die durch den Klimawandel bedingten Ver\u00e4nderungen ber\u00fcck-sichtigen. Es ist wichtig, dass bei aller wachsender Bedrohungslage der Situation ge-gen\u00fcber nicht resigniert wird. Schlie\u00dflich haben die Untersuchungen hier auch aufge-zeigt, dass Hilfsma\u00dfnahmen im Zusammenhang mit den Zyklonkatastrophen von den unterschiedlichsten Seiten kamen. Etliche NGOs \u2013 aus den unterschiedlichsten L\u00e4n-dern \u2013 zeigen in Bangladesch ein Engagement. Auch die UN scheinen sich der Situa-tion bewusst zu sein \u2013 zumindest legen dies das Engagement nach dem Zyklon 1991 und die intensiven Untersuchungen zu den regionalen Auswirkungen des Klimawan-dels nahe. Alle Untersuchungen in dieser Arbeit haben gezeigt, dass Bangladesch von Wasser bestimmt wird, wie von keinem anderen Element. Dabei wurden bspw. die gro\u00dfr\u00e4umi-gen, regelm\u00e4\u00dfigen \u00dcberschwemmungen im Landesinneren nur nebens\u00e4chlich be-handelt. Doch gerade hier tut sich eine Perspektive auf, die klar macht, dass trotz aller Probleme nicht die nat\u00fcrlichen Auswirkungen dieser Resource entscheidend sind sondern der Blick darauf aus der Perspektive der Betroffenen. So steht einem ein-gangs dem Human Development Report entnommenen Ausspruch \u00fcber die Ambiva-lenz der Resource Wasser abschlie\u00dfend ein Sprichwort Bangladeschs gegen\u00fcber:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wasser ist die Mutter unseres Landes. Es bringt Leben, nicht den Tod. (zit. n. MA-TEJKA 2007, S. 162).<\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>bangladesch.pdf Zyklonfluten in Bangladesch &#8211; Leben in der hazard area 1 Einleitung Water is a source of&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/www.druckschrift.net\/?p=126\">weiterleesen<span class=\"screen-reader-text\">Zyklonfluten in Bangladesch<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3,16,17],"tags":[],"class_list":["post-126","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schrift","category-geographie","category-politisches","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=126"}],"version-history":[{"count":23,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":782,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/126\/revisions\/782"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=126"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=126"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.druckschrift.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=126"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}